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DIE VEGETATIVE THERAPIE UND DIE SCHULMEDIZIN

Jeder umfassend entwickelten medizinischen Heilweise liegt ein Menschenbild zugrunde. Das Menschenbild der Schulmedizin - entsprechend ihren materialistisch-wissenschaftlichen Anschauungen hat leider nur den physischen Körper im Blickfeld. Es handelt sich eher um eine mechanistische Konzeption. Und diese ist zu kurzsichtig und zu einseitig, denn die Ursachen vieler Krankheiten liegen nicht im physischen Körper, sondern der Körper zeigt nur das Symptom.

Sind Funktionen im Körper gestört oder beeinträchtigt, versucht die Schulmedizin in der Regel, die Störungen zu beheben, ohne nach den Ursachen zu forschen. Egal wie kurzfristig oder schwach der Heilungseffekt auch sei. Medikamente über Medikamente werden verabreicht - müssen verabreicht werden, denn Symptome können nur über einen bestimmten Zeitraum unterdrückt werden, dann muss nachgelegt werden. Oder die unterdrückten Symptome erzeugen andere, neue Symptome. Ein wesentlicher Aspekt der Kostenexplosion im Gesundheitswesen hat hierin seine Ursachen

ES GIBT JEDOCH AUCH ANDERE SICHTWEISEN IM MEDIZINISCHEN HEILWESEN

Allen großen medizinischen Traditionen, von der chinesischen bis zur indischen, von Hildegard von Bingen bis zu Paracelsus, von Kneipp bis zur modernen Homöopathie und zur Psychosomatik, ihnen allen liegt eine umfassendere oder "ganzheitliche" Sicht auf den Menschen zugrunde. Entsprechend der alternativen Tradition umfasst sie Körper, Seele und Geist. Sie alle gehen von mehreren Ebenen oder "Körpern" im Menschen aus, die den physischen Körper durchdringen oder umhüllen.

Diese Ebenen oder Körper sind energetischen Charakters. Da sie nicht sichtbar und nur zu einem geringen Teil messbar sind, muss die Schulmedizin sie ignorieren, da sie ja nur den sichtbaren Körper als relevant ansieht. Aber Gedanken, zum Beispiel, sind auch nicht sichtbar. Trotzdem können sie großen Einfluss auf uns haben. Denken sie nur an den Ärger über eine Bemerkung ihres Chefs - und wie Ihnen dadurch das ganze Wochenende verdorben war.

DIE ENERGETISCHEN EBENEN UND KÖRPER IN UNS

Im Allgemeinen unterscheidet man in der alternativen Medizin fünf Körper oder Ebenen. Sie reichen vom physischen Körper bis zum so genannten Seelenkörper. Man kann sie sich als übereinander liegende Ebenen oder wie die Schalen einer Zwiebel vorstellen, die sich gegenseitig durchdringen und beeinflussen. Vereinfacht kann man sagen, dass jede nächsthöhere Ebene auf energetischer Basis die Funktionen der darunter liegenden Ebene reguliert.

Der physische Körper (Knochen, Sehnen, Muskeln) stellt die erste und unterste Ebene dar. Hier wirkt die Schulmedizin. Die Gabe von Medikamenten und Vitaminen gehört hierher. Oder auch Therapien wie die Krankengymnastik oder die Chirotherapie. Operative Eingriffe werden ebenfalls in diese Ebene eingeordnet. Zur Diagnosefindung gehören Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Kernspintomografie und so weiter.

Die zweite Ebene beschreibt den elektrischen Körper. Sie umfasst alle elektromagnetischen und uns unbewussten Regulierungen sämtlicher Organe und Körperregionen. Der wesentliche Funktionsträger dieser Ebene ist das Vegetativum oder vegetative Nervensystem.

Durch dieses elektrische Reizleitungssystem wird der physische Körper reguliert und gesteuert. Es ist zwar ein Teil des physischen Körpers, ist aber in seiner Funktionsweise diesem vorgeschaltet. Kommt es im Vegetativum zu Fehlsteuerungen, so erkrankt der physische Körper.

Diagnostikmöglichkeiten auf dieser Ebene sind das EEG oder das EKG. Aber auch der kinesiologische Muskeltest. Therapiemethoden sind zum Beispiel die Neuraltherapie, die Akupunktur und eben auch die vegetative Therapie, die aus einer komplexen Kombination dieser und anderer Therapien besteht.

Die dritte Ebene wird oft als Mentalkörper bezeichnet. Diese Ebene ist noch feiner strukturiert. Hier wirken unsere inneren Lebenseinstellungen und Glaubenssätze. Diese Ebene beeinflusst die beiden vorher beschriebenen Ebenen. Die Homöopathie behandelt auf dieser Ebene, ebenso die Psychotherapie.

Die vierte und fünfte Ebene sind derTraumkörper sowie der Seelenkörper. Hier sind beispielsweise die Hypnotherapie, das Familienstellen nach Hellinger (Ebene vier) sowie das Phänomen der Selbstheilung (Ebene fünf) wirksam.

Allgemein kann gesagt werden: Wenn auf einer höheren Ebene behandelt wird, wirkt sich das schnell und nachhaltig auf die unteren Ebenen aus. Wird auf einer der unteren Ebenen therapiert, dauert es länger, bis der Heileffekt höhere Ebenen erreicht.

Nach meiner Erfahrung sind viele Erkrankungen und Symptome auf Irritationen der zweiten Ebene zurückzuführen. Also auf Störungen und Fehlfunktionen im Vegetativum. Warum?

Das Vegetativum steuert alle Organe und Körperregionen mittels feinster elektrischer Energie. Unser grundlegendes Wohlbefinden, unsere Vitalität, Gefühle, Wahrnehmungen, Bewegungen, Atmung, Körperwärme sind von dieser regulierenden Energie abhängig, ebenso alle Organe und ihre Funktionen. Man kann dieses Vermittlungssystem bildlich auch als "Körper im Körper" beschreiben. Der gesamte Körper ist mit feinsten Nervenfasern durchwirkt, in denen unaufhörlich ein elektrischer Informationsfluss stattfindet.

Diese Informationsströme können durch die vielfältigsten Störungen vermindert oder gar unterbrochen werden. Dazu gehören körpereigene Störfelder (siehe Glossar), die elektrische Störimpulse abgeben, aber selbstverständlich auch Störungen, die von außen auf den Körper einwirken, zum Beispiel Elektrosmog jeder Art (siehe Glossar). Und von diesem gibt es heute mehr, als uns bewusst ist.

Kommt es also zu Irritationen oder Störungen im Vegetativum, können bestimmte Organe oder Körperregionen nicht mehr korrekt versorgt werden. Unser Wohlbefinden, unsere Vitalität ist beeinträchtigt. Werden diese Störungen durch das Vegetativum selbst nicht wieder aufgelöst oder nehmen sie gar zu, kommt es zu stärkeren Beschwerden und Symptomen vielfältigster Art.

Es ergibt also Sinn, die körperlichen Symptome so zu betrachten, dass man den Weg zur Ebene der Ursachen findet.

Dr. Michael Fichtel

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